Der Handschuh – so endet der Mob

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Ein Handschuh im Mai. Todsicheres Erkennungszeichen, dass etwas nicht stimmt, besonderes wenn der Träger durch eine hohle Gasse kommt (wie z.B. die, die von der Königsstraße zum Schillerplatz führt). Der Flashmob endet dann, wenn nach circa 2 Minuten, eine behandschuhte Frau da hindurch kommt und wie zufällig ihr  Handschuh auf den Boden fällt.
Das ist das Zeichen, den Mob aufzulösen und jede/r geht wieder seiner Wege.

Aber nicht nur wir, sondern auch der gute Friedrich haben uns Gedanken zu Handschuhen gemacht. Seine sind indes deutlich poetischer und sollen hier natürlich nicht fehlen:

Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen
Und streckt die Glieder
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behend
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor.
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend;
Darauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier;
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
richtet sich auf – da wird’s still,
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern sich die gräulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottender Weis’
Wendet sich Fräulein Kunigund:
„Herr Ritter, ist Eure Lieb’ so heiß,
wie Ihr mir’s schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf.“

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbaren Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen’s die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
„Den Dank, Dame, begehr ich nicht“,
Und verlässt sie zur selben Stunde.

2 Antworten zu „Der Handschuh – so endet der Mob“

  1. apfelvomkopf sagt:

    Naja…neben Handschuhen könnte man ja auch einen Mundschutz tragen, als Zeichen das gerade was nicht stimmt… und wie wäre es denn mit einem streitenden Paar, das durch die hohle Gasse kommt, wo er dann bevor er abhaut ihr seinen Handschuh ihr ins Gesicht wirft ?
    Nur so ein Vorschlag während des brainstromings zu “Lestschiller”

  2. Schiller Flashmob Stuttgart 08.05.2009 | Kesselperlen sagt:

    [...] zwischen Hof Apotheke und Justizministerium wird eine Dame kommen, die in auffälliger Weise einen Handschuh tragen wird, welcher ihr dann wie zufällig auf den Boden fällt. Das ist das Zeichen, den Flashmob [...]

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